Die Husqvarna TC449 im Supermoto Umbau

Geschrieben von Tommy Brandt.

1 Grundlegende Motorrad-Neuentwicklungen auf ihre Taugligkeit im Supermoto-Renneinsatz zu testen, war schon immer eine ganz besondere Herausforderung. Lange ist es keinem Hersteller mehr gelungen, eine solche auf den Markt zu bringen. Da kam das Modell-Update-2011 der Marke Husqvarna gerade richtig. In einer Nacht- und Nebelaktion entschloss ich mich zusammen mit der Firma LM Racing für das Projekt: Umbau TC449 hin zu einer wettbewerbsfähigen SM449RR.

Als Basis entschieden wir uns für das reinrassige Motocross-Modell TC449, das mit ausreichend Power und einem Minimum an Schnickschnack aufwartet. Gepaart mit einer grundlegend geänderten Federbeinaufnahme (oben liegende Umlenkung), einem interessanten Schwingendrehpunkt und einer eigentümlichen Anordnung des Motorritzels. Zudem ist im Lieferumfang der TC449 bereits eine Akrapovic Titan-Komplettanlage und Kayaba-Federelemente enthalten, welche die Kosten für einen Umbau auf Supermoto drücken.

Für den Umbau wurden folgenden Anpassungen vorgenommen:

4 Fahrwerk:
  • Tieferlegung vorn 30mm
  • Hecktieferlegung am Dämpfer um 12mm
  • kürzere Gabelfedern von Öhlins
  • gefräste XTRIG-Gabelbrücke mit Versatz

 

Räder:
  • DID kpl. Räder schlauchlos
  • Front 16,5 " x 3,5
  • Rear 17" x 5,0

 

Antrieb:
  • Ritzel Z15
  • Kettenrad Z41-44
  • Kette Regina

 

Bremsanlage :
  • Gabelfuß radial mit 4-Kolben Bremszange Magura
  • Bremsscheibe 320mm Braking
  • Handbremspumpe FTE 16mm

 

Motor:
  • Suter Anti-Hopping-Kupplung
  • Mapping-Optimierung
  • ICE-PARTS Schaltautomat

 

Optik:
  • Handschützer Racetech
  • Kotflügel vorn und hinten original HVA TC gekürtzt
  • Tankdeckel rot Alu gefräst original Husqvarna
  • Ölfilterdeckel / Einfüll - und Ablaßschrauben rot Alu gefräst
  • Dekor LM Racing / race-styles
  • Sturzbads GSG-Race Spezialanfertigung für HVA-Achsen
  • Lift Control Racetech

 

Zunächst extrem skeptisch, standen wir nach getaner Arbeit vor einem Eyecatcher, der die Blicke auf sich zog. In Italien (Castelletto di Branduzzo) hatten wir dann die esrte Möglichkeit das Motorrad unter den Augen vieler neugieriger Zuschauer zu fahren. Schon beim bloßen Dahinrollen der SM449RR fällt eine nie da gewesene Laufruhe auf. Kettenklappern? Fehlanzeige! Schon nach den ersten Runden, stellte sich ein breites Grinsen ein. Verdacht: Experiment gelungen! In den weiteren Turns wurden sukzessive die einzelnen Komponenten unter die Lupe genommen:

Es bleibt zu sagen, dass die Bremse ein gelungener Kompromiss ist, der in Verbindung mit Magura Carbon Bremsbelägen das Maximum an Verzögerung bietet. Besonders überrascht hat mich das Zusammenspiel der Federelemente, die ich bisher nur bei Öhlins-Fahrwerken kannte. In Kombination mit MICHLIN Slicks ließ der kühle italienische Asphalt sichere Drifts zu, wobei die Stärke der SM449RR ihre gnadenlose Traktion und ein spielerisches Handling, Marke BMX ist.

Allen Unkenrufen zum Trotz schiebt der Motor der TC449 ordentlich nach vor. Dies nicht zuletzt durch die serienmässige Akrapovic und ein optimiertes Mapping. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass die Haltbarkeit sich als stabil erweist.

Fazit:

6 Für mich kann die Supermoto-Saison 2011 kommen. Ich bin sicher, dass mit diesem kompromisslosen Bike der ein oder andere Erfolg in der Klasse C1 erreicht werden kann. In diesem Sinne, euer T.Brandt #102

Weitere Infos zum Umbau finden sich unter: www.lm-racingteam.de

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