Pleiten, Pech und Pannen für Team Germany

Aragon – Die Supermoto Mannschafts-Weltmeisterschaft 2011 stand für das Team Germany unter keinem guten Stern. Andre Plogmann (Georgsmarienhütte), Markus Class (Worms) und Jan Deitenbach (Iserlohn) blieb nach einer beispiellosen Pechserie nur der enttäuschende 14 Rang unter 23 Nationen. Technische Ausfälle und unverschuldete Stürze warfen die letztjährigen Bronze-Gewinner von Beginn an in eine aussichtslose Position.

Bereits bei der Anreise sorgte ein technischer Defekt an einem Transportfahrzeug für Unruhe. Erst kurz vor dem Ende der Einschreibung traf ein Teammitglied auf der gewaltigen Anlage in der Mitte Spaniens ein. Doch hoch motiviert gingen die drei jungen Fahrer in die samstägliche Qualifikation. Teamneuling Andre Plogmann war in der ersten Gruppe nach dem Training auf Position acht. Im Rennen für die Starplätze für den Sonntag zeigte er eine sensationelle Leistung und erreichte Platz fünf inmitten der permanenten WM-Fahrer. Markus Class konnte in seiner Gruppe sogar das Training auf Position drei beenden. Toll gestartet, wurde er aber in der ersten Kurve von seinem Bike geholt und musste das Feld von hinten aufrollen. Immerhin stand am Ende Platz sieben zu Buche. Jan Deitenbach machte sich von Platz sieben aus in das Quali-Rennen. In der ersten Kurve wurde auch er in die Mangel genommen, aber blieb auf dem Motorrad. Nach fünf Runden war er auf Platz zehn mit Drang nach vorne, als er plötzlich langsamer wurde. Das Motorrad hatte immer mehr Aussetzer, und aus Sicherheitsgründen beendete er das Rennen vorzeitig. Denn jeweils ein Streichresultat hat jedes Team, und somit gab es für Deutschland mit Rang sechs eine gute Ausgangsposition.

Im ersten von drei Wertungsrennen schlugen die Herzen der deutschen Crew hoch. Markus Class kam auf Platz zwei aus der ersten Runde, Andre Plogmann auf Position 14. Doch nach zwei Runden der erste Dämpfer, Plogmann war nach einem Rempler auf den letzten Platz zurück gefallen. Und nur eine Runde später dann der nächste Schock, als das Motorrad von Class direkt vor der Box abstarb. Ein Defekt in der Zusatz-Elektronik. Plogmann arbeitete sich inzwischen wieder auf Platz 20 vor, bis er mit einem erneuten Block-Pass von der Strecke geschleudert wurde und erst eine Runde später wieder ins Rennen gehen konnte. Damit hatte Team Germany bereits zwei „Nuller", und bei nur insgesamt einem Streichresultat schon früh alle realistischen Hoffnungen auf einen Spitzenplatz verloren.

Doch auch in Lauf zwei setzte sich die Pechserie fort. Markus Class startete mit neuer Elektronik auf Platz sieben, aber erneut war nach drei Runden Ende. „Damit haben wir das ganze Jahr keine Probleme gehabt", so Class tief enttäuscht nach dem Rennen. Jan Deitenbach, der zur Vorsicht auf seine Ersatzmaschine gewechselt hatte, ging von der hinteren Teamposition (22) ins Rennen. Vorsichtig schlängelte er sich durch die ersten Runden und war bereits auf Platz 15, als er seinen Teamkollegen am Streckenrand sah. Damit war ihm klar, daß alle theoretischen Chancen jetzt endgültig erledigt waren. Etwas demotiviert drehte er die nächsten Runden, schloß dann aber zum Ende wieder zur vorderen Gruppe auf. In der letzten Runde wurde Deitenbach aber auch Opfer eines Rammstoßes und erreichte auf Platz 18 das Ziel.

Im dritten Lauf war für das Team nur noch etwas Ergebniskosmetik möglich. Andre Plogmann, diesmal von vorne gestartet, zeigte ein heißen Rennen und bestätigte mit Rang sechs inmitten der Weltelite seine nachträgliche Nominierung. Jan Deitenbach musste erst einmal auf den Start verzichten, da seine vordere Bremse nach der Aufwärmrunde keinerlei Wirkung mehr zeigt. „Die Bremsleitung hatte sich gelöst, offenbar eine Folge aus der Kollision im Rennen zuvor", war er total wütend. Nach einer Reparatur ließ er es sich nicht nehmen, trotz mehrerer Runden Rückstand noch ins Rennen zu gehen. Mit der achtschnellsten Runde zeigte er, was möglich gewesen wäre.

Teamchef Thomas Deitenbach: „In über 25 Jahren habe ich als Betreuer verschiedenster Teams so viel Pech auf einmal noch nicht erlebt. Schade für die Jungs, denn die waren vom Speed bei der Musik. Aber das ist Racing!"