Supermoto UEM Open in Pleven/ Bulgarien

SuMo_2011_Pleven_Jan_Deitenbach_009Die zweite Veranstaltung zur UEM Open Meisterschaft 2011 fand im bulgarischen Pleven statt. Der Track, bekannt für seine Sky Section, präsentierte sich erneut in tadellosem Zustand und das prächtige Wetter sorgte für das Tüpfelchen auf dem I. Aus deutscher Sicht wird die Europameisterschaft immer interessanter, starten hier doch mittlerweile 4 Teilnehmer der DM, darunter zwei Deutsche. Neben Jan Deitenbach (Suzuki) und dem deutschen Meister Michi Herrmann (Husqvarna) kämpfen auch Petr Vorlicek und Pavel Kejmar (beide CZ/Suzuki) um europäische Punkte.

Michi Herrmann trat zum ersten Mal an und hatte mächtige Probleme mit den ungewohnten "Golden Tyre's", außerdem vermisste er den "richtigen Offroad". Das Fahrwerk wollte so gar nicht mit den Gummis harmonieren und so kämpfte der Kyffhäuser mit einem pumpenden und rutschenden Heck, die Front der Husky machte auch nicht, was sie sollte. Ein elfter Platz im Qualifying war das Ergebnis. Deitenbach kam auf seiner Lieblinsstrecke deutlich besser klar und stellte seine Suzuki auf dem vierten Startplatz ab. Petr Vorlicek ging mit der gewohnten Ruhe und Gelassenheit ans Werk und schaffte es auf Platz 5 der Qualifikation, Kejmar duellierte sich virtuell mit Teo Monticelli und Rosen Tonchev und mußte sich letztlich mit Platz 3 begnügen.

In Lauf 1 entschied Monticelli den Start für sich, dahinter reihten sich Kejmar und Tognacchini ein. Deitenbach kam sehr schlecht weg und verbremste sich in Kurve 2 auch noch, er kam als Elfter aus Runde 1 zurück. Doch damit nicht genug, er pushte zu hart und bei einem Sprung, den er nicht sauber landen konnte, killte er den Schlauch in seinem Hinterrad. Der nachlassende Luftdruck ließ ihn immer weiter zurück fallen, in der letzten Runde lieferte er sich noch einen irren Zweikampf mit Thomas Gory, der ebenfalls mit einem zerstörten Hinterrad kämpfte. Deitenbach wurde 16ter und damit Letzter hinter Gory. Herrmann kam beim Start bessser weg und ging als Achter ins Rennen, baute aber in Runde vier einen Fehler ein und fiel auf 13 zurück. Michi konnte sich aber wieder nach vorne kämpfen und beendete das Rennen auf Platz 10. Vorlicek, der allein angereist war und ohne Helfer auf die obligatorischen Reifenwärmer in Vorstart und Startaufstellung verzichtete ("Es ist doch sowieso schon warm hier, warum also Reifenwärmer!"), kam gut weg und verteidigte Platz 5 bis zur achten Runde, in der er, bedingt durch den Ausfall Tonchevs, auf Platz 4 rutschte.

Im zweiten Lauf mußte Deitenbach von Platz 16 ins Rennen gehen, Herrmann, Vorlicek und Kejmar durften jeweils einen Platz nach vorne rücken. Jan Deitenbach startete dieses Mal bedeutend besser, schnappte sich Position 8 und versuchte im Anschluß, einen Weg an Porfiri und Teo Monticellis Bruder Diego vorbei zu finden und gleichzeitig den drängelnden Mattia Martella hinter sich zu halten. Ersteres gelang ihm nicht, letzteres schon und so beendete er den Lauf auf Platz 8. Michi Herrmann konnte die Startposition halten und balgte sich mit Tonchev und Martella, er beendete den Lauf auf Platz 11. Vorlicek kam auf 5 aus der ersten Runde und hielt sich dort bis zum Rennende. Kejmar hielt Platz 2 und fuhr ein wenig aufregendes Rennen im Sandwich zwischen Monticelli und D'Addato.

Der ehemalige deutsche Meister Petr Vorlicek ging in Lauf drei in der ersten Kurve im Gewühl zu Boden und nahm das Rennen als Letzter wieder auf, schloß die Lücke zum Feld und schluckte im Zweirundentakt seine Gegner um das Rennen als 10ter zu beenden. Herrmann schaffte beim Start den Sprung auf Platz 7 und biß sich dort fest, einen pushenden Jan Deitenbach im Nacken, der ihm immer wieder das Vorderrad zeigen konnte, letztlich aber nicht vorbei kam. Michi wurde so breit wie sein Grinsen und rettete Platz 7 ins Ziel. Pavel Kejmar entschied diesmal den Start für sich und wehrte sich verbissen gegen den schnelleren Monticelli. Immer wieder mußte er heftige Attacken parieren und atmete sichtlich auf, als er die Ziellinie als Erster überquerte. Hinter Monticelli wurde Alessandro Tognacchini Dritter.

Die Tageswertung entschied Teo Monticelli vor Pavel Kejmar und Alessandro Tognacchini für sich, Petr Vorlicek belegt Platz 6, Michi Herrmann Platz 8 und Jan Deitenbach Platz 10.

In der UEM Open Tabelle finden sich "deutschen" Teilnehmer nach 2 von 7 Veranstaltungen auf den Plätzen 3 (Kejmar), 6 (Vorlicek), 9 (Deitenbach) und 13 (Herrmann) wieder.

Bis hier hin vielen Dank nopa. Und nun der Vollständigkeit halber noch der Newsletter von Jan Deitenbach. Wir bedanken uns für das wunderschöne Aufmacher-Bild... schätzungsweise bei Markus Niegtsch.


Erneut Pech bei der EM für Jan Deitenbach

Auch beim zweiten Lauf der Supermoto Europameisterschaft wurde die Leistung von Jan Deitenbach nicht mit dem erhofften Erfolg belohnt. Nach einem tollen Qualifying mit Rang vier sorgte ein Plattfuß im ersten Rennen für Enttäuschung. Mit den Positionen acht und sieben in den weiteren Läufen konnte der DSR-Suzuki Pilot immerhin Rang neun in der Tabelle halten.

Schon die Anreise mit dem Wohnmobil ins über 2.000 km entfernte Nord-Bulgarische Pleven sorgte für etwas Stress im Team. Ein kurzfristig eingesprungener Mechaniker hatte keinen Ausweis mit der nötigen Gültigkeitsdauer. Das wurde aber erst an der rumänisch-bulgarischen Grenze entdeckt. So ging es wieder zurück nach Bukarest, wo die deutsche Botschaft den Sportlern dann am nächsten Morgen aber schnell und unkompliziert Ersatzpapiere beschaffte.

Jan ließ sich davon aber nicht wirklich beirren und zeigte auf seiner Lieblingsstrecke, hier wurde er 2009 Mannschaftsweltmeister, ein gutes Training. Mit Platz vier durfte er erstmals bei der Europameisterschaft aus der ersten Startreihe ins Rennen gehen. Etwas nervös gelang dem 21jährigen der Start zwar nicht ganz perfekt, aber er war in der Spitzengruppe unterwegs. Doch schon nach zwei Runden bemerkte er immer heftigere Rutscher. Jan wurde im Feld durchgereicht und musste die Box ansteuern, der hintere Reifen war platt! Der Junior wurde zwar noch mal ins Rennen geschickt, aber mehr als Rang 16 war nicht zu holen. „Das war echt bitter. Und in der Europameisterschaft ja gleich doppelt, denn die Startaufstellung für das nächste Rennen ist immer nach dem Zieleinlauf vorher", so Jan.

So musste er dann aus der vierten Startreihe ins zweite Rennen gehen, kämpfte sich aber beherzt nach vorne. Auf Rang acht kam er ins Ziel, ganze zwei Sekunden fehlten nur auf die fünfte Position. Für den dritten Durchgang war die Ausgangsposition jetzt besser, aber das Überholen unter den nahezu gleich schnellen Fahrern sehr schwierig. „Wenn Du im Pulk auf einer anderen Linie angreifst, ist ruck-zuck Dein Hintermann auch neben Dir", erklärt Jan Deitenbach. Immerhin ging es jetzt auf Platz sieben, und weniger als eine Sekunde fehlte nach über 20 Minuten Rennzeit auf Platz fünf.

Bereits am kommenden Wochenende steht bereits das nächste Rennen mit einem Lauf zur deutschen Meisterschaft im saarländischen St.Wendel auf dem Programm.