Thomas Chareyre wie ein Blitz zur WM-Spitze

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Zum dritten Mal in der Geschichte der Supermoto Weltmeisterschaft kam es am vergangenen Wochenende im saarländischen St. Wendel zum Showdown der Besten. Auch wenn, wie schon im Bericht der DM dargestellt, die Besten nicht gleichzeitig die Schnellsten waren, so hatten es die Rennen in sich. Schon fast ein wenig übertrieben kommt einem das Geplänkel um die erste Startreihe vor. Zwei Freie Trainings sind die Vorboten zum Zeittraining, doch das Ergebnis des Letzteren sagt noch lange nichts über die erste Startreihe aus. Am Sonntagmorgen begaben sich die Brüder Chareyre, Ivan Lazzarini und Mauno Hermunen unmittelbar nach dem Warm-up in die Superpole. Thomas Chareyre, dem seine TM am Samstag im Zeittraining irgendwann den Dienst versagte, hatte durch diesen Extra-Punkt im Programm aber eine neue Chance. Diese nutzte er auch aus und zauberte die schnellste Runde von den Vieren auf Asphalt und in den vom Unwetter der Nacht durchweichten Offroad. Hermunen stellte sich als Zweitschnellster unter Beweis, während Adrien Chareyre und Lazzarini die Reihe auffüllten. Bernd Hiemer stand in der zweiten Reihe auf Startplatz sieben. Rechts von ihm Thierry van den Bosch und Davide Gozzini, links ein starker Christian Ravaglia.

 

Rennen eins der S1 WM

20100711_queens_2995Thomas Chareyre hatte beim Start das Nachsehen. Mauno Hermunen und sein Bruder Adrien waren schneller. Hiemer startete ganz hervorragend und lag zwischenzeitlich schon auf Rang vier, doch durch einen Rutscher auf dem Parkplatz vermieste er sich das Ergebnis. Durch den Sturz fiel er bis auf Rang neun zurück. Das jähe Aus von Adrien Chareyre verschaffte ihm dann Platz acht. Der ältere der beiden Chareyres stieg im Offroad Wutentbrannt von seiner Husky ab - ein Getriebeschaden, der sich empfindlich auf das persönliche Gesamtergebnis des GP niederschlagen würde. Doch in der gleichen Runde zeigte sein Bruder was in der TM steckt. Als habe Hermunen vergessen das Gas aufzudrehen, so zog Thomas am Finnen vorbei und gewann das erste Rennen. Gozzini tauchte mit relativ großem Abstand als Dritter auf, gefolgt von Ivan Lazzarini. Besonders war allerdings die Leistung von Gerald Delepine. Er ging von Platz 13 ins Rennen und hatte samstags merklich Probleme mit seiner Kawasaki und dem aufgezogenen Reifenmaterial zurecht zu kommen. Im Rennen pumpte er sich dann auf Rang fünf vor.

S1 Rennen 1 Top Ten: 1. Thomas Chareyre (FRA, TM), 18:08.699; 2. Mauno Hermunen (FIN, Husqvarna), +0:02.816; 3. Davide Gozzini (ITA, TM), +0:06.820; 4. Ivan Lazzarini (ITA, Honda), +0:09.709; 5. Gérald Delepine (BEL, Kawasaki), +0:25.129; 6. Christian Ravaglia (ITA, Aprilia), +0:25.563; 7. Andrea Occhini (ITA, Suzuki), +0:25.703; 8. Bernd Hiemer (GER, KTM), +0:26.194; 9. Thierry van den Bosch (FRA, Aprilia), +0:29.428; 10. Massimo Beltrami (ITA, Yamaha), +0:33.259;

 

Rennen zwei der S1 WM

20100711_queens_4221Das Ergebnis des ersten Laufes dient in der WM als Startaufstellung des Zweiten, was die Tragweite von A. Chareyres Ausfall im ersten Rennen verdeutlicht. Auch van den Bosch war mit Startplatz neun sicher alles andere als zufrieden, aber nach herbem Gedrängel im ersten Rennen blieb dem Weltmeister keine bessere Ausgangsposition vergönnt. Beim Start war Hermunen aber erneut schneller als der Rest, nur mit dem Unterschied, dass er diesem Mal keinen Puffer zwischen sich und dem Überflieger des Wochenendes hatte. Thomas Chareyre war schon in der ersten Runde vorbei am Finnen und fuhr seinen zweiten Sieg nach Hause. Hinter Hermunen reihten sich die Spitzenpiloten und versuchten mit nervösen Attacken sich gegenseitig zu verunsichern. Hermunen ließ sich nicht beeindrucken und fuhr als Zweiter ins Ziel. Lazzarini blieb ebenso seiner Anfangsposition im Rennen treu und wurde Dritter. Bernd Hiemer ging es ähnlich. Auch er hatte versucht Lazzarini zu attackieren, musste aber gleichzeitig das Feuer von Gozzini abzuwehren. Rang vier für den Deutschen.

S1 Rennen 2 Top Ten: 1. Thomas Chareyre (FRA, TM), 18:06.772; 2. Mauno Hermunen (FIN, Husqvarna), +0:04.290; 3. Ivan Lazzarini (ITA, Honda), +0:05.413; 4. Bernd Hiemer (GER, KTM), +0:07.360; 5. Davide Gozzini (ITA, TM), +0:07.411; 6. Thierry van den Bosch (FRA, Aprilia), +0:07.647; 7. Gérald Delepine (BEL, Kawasaki), +0:17.561; 8. Paolo Gaspardone (ITA, Honda), +0:19.955; 9. Adrien Chareyre (FRA, Husqvarna), +0:20.245; 10. Edgardo Borella (ITA, KTM), +0:23.429;

 

Rennen drei der S1 WM

20100711_queens_4574Im dritten Rennen machte Thomas Chareyre dann den Deckel drauf. Ein klassischer Start-Ziel Sieg, welcher ihn an die Spitze der WM-Tabelle hievte. Platz zwei und drei waren auch schon ab der ersten Kurve verteilt. Lazzarini und Bernd Hiemer waren vor Hermunen eingebogen, der danach noch sein blaues Wunder erleben sollte. Zuerst kam sein Teamkollege Adrien Chareyre vorbeigesaust und Gozzini drängelte. In der Spitzkehre hin zum Offroad baute Hermunen dann einen Fehler ein, den Gozzini und van den Bosch eiskalt ausnutzten. Gozzini fiel wenig später einem Blockpass von VDB zum Opfer, der sich danach Adrien Chareyre zurecht legte. Ende Start-Ziel schob sich VDB dann auf Position vier vor, was aber nur vier Runden hielt. Mit einem Zick-Zack Manöver im Offroad setzte er sich mit offensichtlich abgestorbenem Motor vor das Korn von Hermunen und es kam zum Crash. Ein stinksauerer Hermunen belegte Rang 16 und VDB wurde Siebzehnter.

S1 Rennen 3 Top Ten: 1. Thomas Chareyre (FRA, TM), 18:06.484; 2. Ivan Lazzarini (ITA, Honda), +0:08.068; 3. Bernd Hiemer (GER, KTM), +0:14.159; 4. Adrien Chareyre (FRA, Husqvarna), +0:14.564; 5. Gérald Delepine (BEL, Kawasaki), +0:15.007; 6. Elia Sammartin (ITA, Honda), +0:15.401; 7. Andrea Occhini (ITA, Suzuki), +0:16.019; 8. Davide Gozzini (ITA, TM), +0:19.929; 9. Paolo Gaspardone (ITA, Honda), +0:22.552; 10. Edgardo Borella (ITA, KTM), +0:26.371;

 

Auch wenn Bernd Hiemer beim GP eine überzeugende Vorstellung abgab und bei der Veranstaltungswertung auf Rang drei landete, so verlor er in der WM-Wertung einen Platz. Ivan Lazzarini, der sich beim WM Auftakt mit den Reifen verzockt hatte, machte einen gewaltigen Schritt und verdrängte Hiemer von Platz vier der Meisterschaftstabelle. Die beiden TM Piloten Thomas Chareyre und Davide Gozzini stehen vor VDB an der Spitze der WM.

Supermoto WM - Stand nach 6 von 15 Rennen:
  1. Thomas Chareyre (#4) / TM - 135 Punkte
  2. Davide Gozzini (#69) / TM - 118 Punkte
  3. Thierry van den Bosch (#101) / Aprilia - 103 Punkte
  4. Ivan Lazzarini (#30) / Honda - 102 Punkte
  5. Bernd Hiemer (#12) / KTM - 97 Punkte
  6. Mauno Hermunen (#131) / Husqvarna - 91 Punkte
  7. Adrien Chareyre (#1) / Husqvarna - 76 Punkte
  8. Gerald Delepine (#3) / Kawasaki - 67 Punkte
  9. Elia Sammartin (#32) / Honda - 58 Punkte
  10. Christian Ravaglia (#9) / Aprilia - 47 Punkte

 


 

Europameisterschaft - Open

20100710_queens_0373Überflieger der EM-Rennen im Rahmen des GP war eindeutig Petr Vorlicek. Der dreifache Deutsche Meister und EM-Sieger von 2008 gewann alle drei Rennen. Tabellenführer Uros Nastran belegte zwei mal den zweiten Platz und auch Alberto Dall‘ Era war stark unterwegs. Die beiden führen weiterhin die Meisterschaft an und Vorlicek hat satte 41 Zähler Rückstand auf Nastran. Bei Jan Deitenbach lief es in St. Wendel nicht nur bei der DM denkbar bescheiden. Auch in seinen EM Rennen kam der Iserlohner auf keinen grünen Zweig. Nach erfolgreichem Zeittraining und Platz neun in der Startaufstellung kam er im ersten Rennen gut vom Fleck, doch der lange Tag (4 freie, 2 Zeittrainings und nun das zweite Rennen) zollte seinen Tribut und Deitenbach fiel ab Mitte des Rennens bis auf Platz 18 zurück. Diesen Startplatz konnte er dann im zweiten Rennen fantastisch in eine Top-Ten Platzierung umsetzen. Doch nach einer Kollision mit Monticelli schied er mit defekter Vorderbremse aus. Von ganz hinten startend wurde Deitenbach dann im dritten Lauf immerhin Sechzehnter.


EM Meisterschaftsstand nach 6 von 15 Rennen:
  1. Uros Nastran (#141) / Husqvarna - 137 Punkte
  2. Alberto Dall' Era (13) / KTM - 116 Punkte
  3. Fabrizio Bartolini (#110) / Husqvarna - 109 Punkte
  4. Petr Vorlicek (#10) / Suzuki - 96 Punkte
  5. Massimiliano Porfiri (#1) / Honda - 82 Punkte
  6. Teo Monticelli (#2) / Honda - 76 Punkte
  7. Yuri Guardala (#16) / Yamaha - 74 Punkte
  8. Alessandro Tognaccini (#13) / TM - 71 Punkte
  9. Riccardo Peroni (#67) / Husqvarna - 68 Punkte
  10. Ryan Sconfietti (#5) / Kawasaki - 54 Punkte

 

Die kompletten Ergebnisse gibt es auf der Resultatseite von Youthstream zu sehen.

Link zu den Bildern der DM und hier der Link zu den WM Bildern.

Ein Media-Update zum GP of Germany folgt in Kürze. Videos, XYZ-Slideshow und dem Podcast werden wir auch mal neues Futter geben.