Uros Nastran an der Spitze der Supermoto EM

20100502_queens_2481Wenn es in Castelletto di Branduzzo einen herausragenden Piloten in der Europameisterschafts-Open gab, dann wohl Uros Nastran. Der Slowene in Zupin Diensten beherrschte zumindest in den ersten beiden Rennen ganz deutlich das Feld. Im dritten und letzten Rennen der EM hatte er ein wenig mehr zu knabbern und konnte sich nicht so recht vom Italiener Riccardo Peroni und dessen Gefolge lösen. Wobei er in den ersten beiden Rennen kaum Druck bekam, sondern sich höchstens mal ein wenig einholen ließ. Zweitbester bei den Euro-Open war Alberto Dallera, der nach einem Fehler im dritten Rennen zwar nur Siebter wurde, aber zuvor hinter Nastran jeweils Rang zwei belegte. Dadurch lag er in der Tageswertung zwei Zähler vor Peroni.

 

Die deutsche Delegation in der DM heißt Jan Deitenbach. Der Bursche kämpfte sich mit sichtlich viel Spaß zum Erfolg und war munter am jagen, auch seinen Teamkollegen Petr Vorlicek. Doch eins nach dem anderen. Vorlicek hatte am Samstag mit technischen Problemen zu kämpfen, während des Zeittrainings ein schlagendes Hinterrad beklagt und zudem zeigte sein Abgas Saugdiesel ähnliche Qualitäten. Der Deutsche Meister ging somit von Rang 19 ins erste Rennen und hatte noch einige Schrauberarbeit zu leisten, ehe er am Samstag Abend in den wohl verdienten Feierabend gehen konnte.
Deitenbach war beim Zeittraining auf Platz zwölf gelandet und tröstete sich selbstbewusst keine freie Runde bekommen zu haben. Ein Umstand, den fast jeder dem er es erzählte mit einem „Ja, ja, ist doch auch so ne Top Platzierung." kommentierte. Offensichtlich ein zusätzlicher Ansporn es den Duckmäusern zu zeigen.

20100501_queens_1487Nach gutem Startreflex wurde Deitenbach im ersten Eck des ersten Rennens von der Aufdringlichkeit seiner Kontrahenten ein wenig eingeschüchtert, steckte zurück und musste sich danach mit seiner liebsten Nebenbeschäftigung verdollen - das Aufholen. Immerhin Zwölfter wurde er, während Kollege Vorlicek auf Rang 17 einfuhr. Beim zweiten Start war Deitenbach wieder schnell, ließ sich aber ins Kies abdrängen und kam als 17ter aus der ersten Runde rurück. Vorlicek lag vor ihm und diente dann, zum Teil aus Ehrfurcht, zum anderen Teil aus Angst den Teamkollegen zu hart ran zu nehmen, als Bremsklotz. Immerhin marschierten die beiden gemeinsam durchs Mittelfeld, doch irgendwann wurde es Jan zu bunt und er wählte den Weg vorbei an Vorlicek. Jan konnte sich auch fix absetzen und immerhin noch einen weiteren Platz gut machen. Rang elf, was für den letzten Lauf auch die Startposition sein sollte. Im dritten Rennen lief dann auf Anhieb alles wie es laufen sollte. Er hielt in der ersten Runde seinen Startplatz und arbeitete sich dann Zug um Zug weiter vor. Zum Ende des Rennens legte er sich dann Ryan Sconfietti, ein italienischer Kawasaki Pilot, zurecht und trieb wilde Spielchen mit dem armen Kerl. Solange bis der jeden Widerstand als sinnlos erachtete und Deitenbach den achten Rang wohl gönnte.

20100502_queens_4476Zum Schluss eine lustige Anekdote von der EM Siegerehrung, die zeigt wie gut sich Italiener zu helfen verstehen. Den Erfolg von Nastran hatte man wohl nicht eingeplant, und es fehlte an einer slowenischen Flagge. Also griff man kurzerhand zu einer, die im Publikum geschwenkt wurde und hisste diese samt Besenstiel am Mast. Ein Hingucker, der von der genialen Beschallungstechnik ablenkte. Hier war man nicht darauf vorbereitet, dass auch die eine oder andere Hymne durch die Arena schallen sollte. Also spielte man das Liedchen aus irgendeiner Gerätschaft, die unterhalb der Siegerehrungsbühne stand ab, und der Streckensprecher lies die Zuschauer rückkopplungsfrei über sein Mikrofon mithören. Man achte in dem Zusammenhang auf den selbstbewussten Spruch der die Mappe des Sprechers ziert.

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