Franzosen an der Spitze der WM - die Rennberichte aus Viterbo

09_wm_01vit_logoWährend die ersten Rennen von S1 und S2 noch bei trockenen Bedingungen starteten, in der S1 fing es dann zu nieseln an, mussten die GP-Asse in ihren zweiten Läufen die Schwimmflossen parat halten. In der S2 blieb Weltmeister Adrien Chareyre über alle Zweifel erhaben. Luca Minutilli auf Aprilia und der TM Fahrer Davide Gozzini waren des Franzosen ärgste Verfolger, doch Adrien Chareyre fuhr fehlerfrei. Beim Niesel im ersten S1 Lauf konnten sich TM Neuling Thierry van den Bosch und Thomas Chareye von Mauno Hermunen und Ivan Lazzarini absetzen. Im zweiten Rennen, bei landunter, packte der Hermunator allerdings seine Husqvarna bei den Hörnern und galoppierte den gestandenen WM-Piloten um die Ohren.

Kevin Würterle gewann mit einem zweiten Platz und einem Sieg die Wertung der S3 Europameisterschaft.

 

S1 Rennen

VanDenBosch_SmGp1ItalyThierry van den Bosch zog beim Start von der Pole Position am schnellsten an, gefolgt von Thomas Chareyre, der ihm wie ein Besessener im Genick hing. Das komplette Feld war auf Slicks unterwegs, als es ab der dritten Runde zu nieseln begann und man im allgemeinen Vorsicht walten ließ. Ab dieser Phase konnten sich die Führenden auch von den Verfolgern, Mauno Hermunen und Ivan Lazzarini freikämpfen und beide Pärchen kochten ihr eigens Süppchen. Chareye konnte zwar würzen, aber Chef blieb trotzdem VDB. Die Einigung der anderen beiden gestaltete sich bei weitem komplizierter. In der zehnten von 15 Runden ging Lazzarini an Hermunen vorbei und es sah einen Moment so aus, als könne er ausreißen. Aber der S2 Champion der DM drehte die Flamme in den letzten beiden Runden noch etwas höher und zischte im letzten Umlauf wieder am Italiener vorbei um sich Rang drei zu sichern. Maxime Testu schaffte es mit seiner Kawasaki auf Rang fünf.

 

09_wm_01vit_hermunen_01Im zweiten Rennen waren VDB und T.Chareyre beim Knick in den Offroad wieder vor Hermunen, doch einen Sprung und eine 90 Grad Kehre später war der Finne vorne. Dies wollte sich vor allem VDB offensichtlich nicht gefallen lassen, schaute sich das Ganze etwa eine Runde lang an, um dann am Ende des zweiten Umlauf auf Start-Ziel zu überholen. Hermunen wählte danach im Offroad wieder die innere Bahn, behauptete sich aber nur wenige Meter vor VDB, der Ausgangs des Offroad wieder vorne lag, während Hermunen noch beinahe von seinem Teamkollegen Thomas Chareyre kassiert worden wäre. Hermunen blieb am Gas um dem Infight um der Spitze des Feldes ein Ende zu setzen. Auf nassem Asphalt passierte er van den Bosch ein letztes Mal für dieses Rennen und fuhr ab da souverän seinem ersten Sieg eines GP Rennen entgegen. Thomas Chareyre blieb danach wieder wie eine Klette an VDB kleben, schaffte es aber nicht vorbei zu ziehen, um dem Husqvarna CH Racing Team dadurch den GP Sieg zu ermöglichen. Im Kampf um Platz vier waren der Engländer Matthew Winstanley und Eddy Seel auf der Rigo Racing Suzuki zu Gange. Seel, der endlich nach langwieriger Verletzungs-Kettenreaktion wieder vollständig genesen zu sein scheint, bezwang den Husqvarna Neuling im Laufe der dritten Runde und sicherte sich mit diesem vierten Platz im zweiten Lauf auch Rang vier beim GP.

 

S1 Rennen 1 Top Ten: 1. Thierry van den Bosch (FRA, TM), 23:51.670; ; 2. Thomas Chareyre (FRA, Husqvarna), +0:00.337; 3. Mauno Hermunen (FIN, Husqvarna), +0:24.761; 4. Ivan Lazzarini (ITA, Honda), +0:25.251; 5. Maxime Testu (FRA, Kawasaki), +0:31.368; 6. Christian Ravaglia (ITA, Aprilia), +0:32.945; 7. Massimo Beltrami (ITA, Aprilia), +0:33.496; 8. Eddy Seel (BEL, Suzuki), +0:33.582; 9. Massimo Verderosa (ITA, Honda), +0:46.164; 10. Giovanni Bussei (ITA, Honda), +1:01.198;

S1 Rennen 2 Top Ten: 1. Mauno Hermunen (FIN, Husqvarna), 19:37.004; ; 2. Thierry van den Bosch (FRA, TM), +0:02.603; 3. Thomas Chareyre (FRA, Husqvarna), +0:03.142; 4. Eddy Seel (BEL, Suzuki), +0:25.045; 5. Matthew Winstanley (GBR, Husqvarna), +0:31.272; 6. Massimo Beltrami (ITA, Aprilia), +0:34.630; 7. Christian Ravaglia (ITA, Aprilia), +0:40.295; 8. Chris Hodgson (GBR, Husqvarna), +0:55.244; 9. Marco Dondi (ITA, Aprilia), +0:57.958; 10. Elia Sammartin (ITA, Aprilia), +0:59.688;

S1 GP-Wertung Top Ten: 1. Thierry van den Bosch (FRA, TM), 47 points; 2. Mauno Hermunen (FIN, Husqvarna), 45 p.; 3. Thomas Chareyre (FRA, Husqvarna), 42 p.; 4. Eddy Seel (BEL, Suzuki), 31 p.; 5. Massimo Beltrami (ITA, Aprilia), 29 p.; 6. Christian Ravaglia (ITA, Aprilia), 29 p.; 7. Maxime Testu (FRA, Kawasaki), 25 p.; 8. Ivan Lazzarini (ITA, Honda), 24 p.; 9. Marco Dondi (ITA, Aprilia), 22 p.; 10. Chris Hodgson (GBR, Husqvarna), 21 p.;

S1 Herstellerwertung: 1. Husqvarna, 47 points; 2. TM, 47 p.; 3. Suzuki, 31 p.; 4. Aprilia, 30 p.; 5. Honda, 28 p.; 6. Kawasaki, 25 p.; 7. Gas Gas, 11 p.;

 

S2 Rennen

IddonCrash_SmGp1ItalyChristian Iddon, der erstmals auf KTM in die Weltmeisterschaft zieht, hatte sich am Vormittag die Pole gesichert, kam sich aber nur wenige Meter nach dem Start bei der Einfahrt in den Offroad mit Gerald Delepine und dessen 2Cross Husqvarna ins Gehege. Beide stürzten. Chareyre blieb davon unberührt und zog dem Feld einfach davon. Luca Minutilli folgte mit seiner Aprilia in behaglichem Abstand von knapp 6 Sekunden, während Davide Gozzini weitere drei Sekunden dahinter über die Ziellinie ging. Edgardo Borella erbte nach einem Sturz von Andrea Occhini den vierten Rang, gefolgt Paolo Gaspardone, beide auf KTM.

 

 

ChareyreA_SmGp1Italy-1Im zweiten Wettstreit wurde es zumindest anfänglich etwas knapper für Chareyre, der erneut vom Start weg vorne lag. Gozzini war ihm auf den Fersen, konnte sogar in einer Spitzkehre innen durch, wurde aber sofort von Chareyre ausbeschleunigt. Nach einem gefährlichen Rutscher von Gozzini im Offroad riss die Lücke immer weiter auf und Chareyre beendete das Rennen mit etwa 8 Sekunden Vorsprung auf Gozzini als Sieger. Der TM Bändiger fuhr nach dem Slider im Matsch wohl mehr mit dem Verstand und schraubte Emotionen zurück. Um Platz drei waren sich zu Anfang noch Gerald Delepine und Christian Iddon uneinig. Der Belgier ging im Offroad vorbei und wenig später stürzte der Iddon auch noch. Pech für den Heißsporn von der Insel. Nun befanden sich Delepine, Gaspardone und Occhini im Klinsch, wobei Gaspardone seine vierte Position durch Sturz aufgeben musste. Der Offroad war so matschig, dass dem jungen Italiener bei einer Landung das Hinterrad wegglitt und er sanft zu Boden ging. Er packte seine KTM aber sofort wieder und hielt zumindest Rang fünf.

 

S2 Rennen 1 Top Ten: 1. Adrien Chareyre (FRA, Husqvarna), 20:30.879; ; 2. Luca Minutilli (ITA, Aprilia), +0:05.716; 3. Davide Gozzini (ITA, TM), +0:09.010; 4. Edgardo Borella (ITA, KTM), +0:22.023; 5. Paolo Gaspardone (ITA, KTM), +0:22.609; 6. Fabrizio Bartolini (ITA, WRM), +0:23.485; 7. Christian Iddon (GBR, KTM), +0:24.408; 8. Andrea Occhini (ITA, TM), +0:24.708; 9. Gérald Delepine (BEL, Husqvarna), +0:25.177; 10. Marco Governatori (ITA, Aprilia), +0:40.197;

S2 Rennen 2 Top Ten: 1. Adrien Chareyre (FRA, Husqvarna), 19:36.489; ; 2. Davide Gozzini (ITA, TM), +0:07.393; 3. Gérald Delepine (BEL, Husqvarna), +0:21.399; 4. Andrea Occhini (ITA, TM), +0:22.177; 5. Paolo Gaspardone (ITA, KTM), +0:38.994; 6. Luca Minutilli (ITA, Aprilia), +0:45.364; 7. Fabrizio Bartolini (ITA, WRM), +0:51.115; 8. Christian Iddon (GBR, KTM), +0:55.307; 9. Richard Blakeman (GBR, KTM), +0:57.597; 10. Lionel Deridder (BEL, KTM), +0:58.688;

S2 GP-Wertung Top Ten: 1. Adrien Chareyre (FRA, Husqvarna), 50 points; 2. Davide Gozzini (ITA, TM), 42 p.; 3. Luca Minutilli (ITA, Aprilia), 37 p.; 4. Gérald Delepine (BEL, Husqvarna), 32 p.; 5. Paolo Gaspardone (ITA, KTM), 32 p.; 6. Andrea Occhini (ITA, TM), 31 p.; 7. Fabrizio Bartolini (ITA, WRM), 29 p.; 8. Edgardo Borella (ITA, KTM), 28 p.; 9. Christian Iddon (GBR, KTM), 27 p.; 10. Lionel Deridder (BEL, KTM), 21 p.;

S2 Herstellerwertung: 1. Husqvarna, 50 points; 2. TM, 42 p.; 3. Aprilia, 37 p.; 4. KTM, 34 p.; 5. WRM, 29 p.; 6. Honda, 15 p.;

 

EM Open

Petr Vorlicek führte das erste Rennen der Open zielsicher an, musste aber in der elften von 15 Runden mit einem Problem am Vorderrad aufgeben. Im zweiten Rennen lief dann alles wie am Schnürchen und der Suzuki Pilot gewann mit über 15 Sekunden Vorsprung.

 

EM S3

Karanyotov_SmGp1ItalyFamilie Würterle, die Erlers aus Comnitz und Jan Flockerzie aus dem schönen Schwarzwald waren zum Abwatschen nach Viterbo gereist. Sollte die deutsche Delegation einen EM Titel am Ende des Jahres mit nach Hause bringen wollen, dann gilt es wohl einen Bulgaren zu bezwingen. Im ersten Heat schaffte es Kevin Würterle zwar nicht an Angel Karanyotov vorbei zu gehen, geschweige denn in der Nähe zu bleiben, aber der zweite Heat brachte den Sieg für den jungen Berkheimer.

Im ersten Rennen spurtete Karanyotov auf und davon, brachte über 24 Sekunden zwischen sich und Kevin Würterle, der aber immerhin und als einziger mit dem Bulgare in einer Runde blieb. Alle anderen schafften einen Umlauf weniger als Angel und Kevin. Gordon Erler, der gestern bei der Zeitnahme noch als Brite geführt wurde, bugsierte die Style Factory Suzuki auf Platz drei, gefolgt von Janina Würterle. Jan Flockerzie kam auf Rang sechs durchs Ziel.

Im zweiten Rennen machte Kevin einen Holeshot und Erler bezwang den Bulgaren im Verlauf der fünften Runde um Zweiter zu werden. Jan Flockerzie wurde erneut Sechster vor Janina Würterle.