Pokalauftakt in Schaafheim

20090502_0810_queens-399In Schaafheim trafen die Pokalpiloten erstmals für die Saison 2009 zusammen und die Punkte unter sich aufzuteilen. Petrus meinte es ausgesprochen gut mit unseren Helden der 2. Bundesliga und sandte strahlenden Sonnenschein, bei dem die Stimmung auf und neben der Rennstrecke stets Gute Laune präsentierte. Beide Fahrerlager waren zum Bersten gefüllt, was schon mal die erste Belohnung für das äußerst engagierte Organisationsteam vom MSC Wartburg war. Das zweite Bauchpinseln stellte der Zuschauerandrang dar. Schon am Samstag waren die Ränge gut gefüllt, während es am Sonntag kaum einen Fleck entlang der Strecke gab, an dem man nicht mindestens zweireihig stand.

Im folgenden Bericht werden die sportlichen Geschicke der C1 und C2 geschildert. Open Klasse, Amateure und das Phänomen Ü-40 Cup werden wir später ausführlich beleuchten.
Inklusive kleinem Onboard-Spezial Video.

 

C1 - Zeittraining

Allgemein war es im Zeittraining sehr schwer eine freie Runde zu erwischen. 28 C1-Teilnehmer auf einer 1.250 Meter langen, äußerst kurvigen und nicht gerade breiten Bahn, da muss man schon mit viel Glück und der Umsicht der anderen gesegnet sein um ohne Hinderung einen astreinen Umlauf zu schaffen. Alexander Köckritz auf der RE-Racing Husqvarna wühlte sich am schnellsten durchs Feld, gefolgt vom DSR-Suzuki Frischling André Plogmann, der Style Factory Suzuki von Marc Buchner und Raphael Stornig auf einer BMW G 450 X. Was ab der zweiten Startreihe los was siehst Du hier.

 

C1 - Heat 1

20090502_0810_queens-538Alexander Köckritz schoss dem Feld davon und machte direkt einige Meter auf seine Verfolger gut, doch in der fünften Runde nahm Köcke eine Asphaltprobe und er ließ André Plogmann und Marc Buchner an sich vorbei ziehen, bevor er wieder auf den Rädern war. Plogmann hatte dann nur wenig Zeit einen gewissen Abstand herauszufahren, da das Feld sich schnell über die komplette Bahn streckte. Die letzten Führungsrunden von Plogmann waren eine echte Geduldsprobe, oder auch Qual, wie man es nehmen will. Runde um Runde musste er an anderen Teilnehmern anstehen. Zum Einen aber musste er zusehen, dass er überrunden konnte, zum Anderen durfte er jedoch nicht soviel riskieren. Man sah ihn immer wieder geneigt mit einem kurzen Gasstoß noch schnell vor der nächsten Kurve vorbei zu gehen, dann aber wieder zögern. Die blaue Flagge wurde im ersten Rennen der C1 außer auf Start-Ziel kaum gezeigt. Zu Plogmanns Beruhigung kamen aber auch seine Verfolger nur zögerlich weiter, weshalb sein Vorsprung sich immer wieder auf's ursprüngliche Maß regulierte. Somit gewann Plogmann vor Buchner und Köckritz. Raphael Stornig platzierte sich nach verpatztem Start mit seiner BMW doch noch auf Position vier. Seine Aufholjagd startete er von Rang zehn ausgehend. Eine stamme Leistung, die er aber auch mit strammen Bandagen einfuhr.
Ergebnis

 

C1 - Heat 2

20090503_0766_queens-667An Dramaturgie kaum zu übertreffen. Das Feld rollte aus dem Vorstart und jeder ahnte, dass es bei diesem Rennen (das letzte des Tages) noch zu einem kalten Aufguss kommen würde. Nieselregen während der Einführungsrunde und stramme Tropfen im Verlauf der ersten Runde trieben die Rennleitung zur einzig richtigen Entscheidung. Rennabbruch und Neustart nach einer Frist von etwa einer viertel Stunde. Regenreifen aufziehen wurde Pflicht, denn es fiel kurzzeitig kräftiger Regen auf den Asphalt und natürlich auch den Offroad, der danach nicht mehr genutzt wurde. Die Strecken wurde auf etwa 1.025 Meter eingekürzt und führte ausschließlich über Asphalt. Köckritz hatte den Start gewaltig verpennt und zeigte danach nicht die allerbeste Regentauglichkeit. In Runde zwei ging der Sachse gleich zweimal zu Boden und hetzte danach dem Feld hinterher um zum Schluss doch noch Rang zwölf einzufahren. Möglicherweise wichtige Punkte für die Meisterschaft. Als Regengott von Schaafheim präsentierte sich Marc Buchner. Vom Start weg war er ganz souverän und ohne Zucken an der Spitze unterwegs um sich trotz widriger Bedingungen über 14 Sekunden Abstand auf Thomas Rehle von RE Racing herauszufahren. Der schnappte sich in Runde acht die zweite Position von André Plogmann, der wiederum eine Runde später mit Plattfuss aufgeben musste. Nun war Erik Müller auf dem dritten Rang unterwegs und fuhr diesen auch sicher nach Hause. Martin Hansen und Christian Carl hatten bis drei Runden vor Schluss noch Ralf Rausch in ihrer Mitte um gegeneinander den dritten Platz auszufechten, doch Rausch wurde von einem typischen "Neustart-und-dann-drei-Einführungsrunden" Dilemma heimgesucht. Seine Team GF Racing Suzuki stotterte und stellte das Zünden schließlich in voller Gänze ein - Sprit alle! Also fuhren Hansen und Carl zufrieden und hintereinander durch Ziel um Rang vier und fünf zu kassieren.
Ergebnis

 

C2 - Zeittraining

20090503_0766_queens-509Die C2 wurde im Zeittraining von Florian Kopp, Frank Brockhausen, Ralf Ebert und Eike Moes gewonnen. Wiedereinsteiger Andreas Glassl bugsierte die Taunus Moto Husqvarna auf Rang fünf, während übliche Frontreihen Kandidaten wie Markus Rutz und Kai Dederichs sich in die dritte Startreihe abdrängen ließen.
Ergebnis

 

 

 

C2 - Heat 1

Im ersten C2 Rennen der Saison hatte Frank "Brocster" Brockkausen zu Beginn die Nase vorne, dicht gefolgt von RE Racing Teamchef Ralf Ebert. Florian Kopp zog auf Rang vier ins Rennen und musste als allererstes Andreas Glassl bezwingen. Doch die erste Runde wussten zwei andere Piloten durch geschickte Synchronflugeinlagen für sich in Anspruch zu nehmen. Markus "Rutzl" Rutz, vom elften Platz gestartet, war bereits auf Rang sechs unterwegs, dicht gefolgt von Marco "Zille" Zielinski. Rutzls Vorderrad klappte entlang der Boxengassenkurve unvermittelt ein und zwang den Piloten zur ungewollten Stunt-Einlage. Zille, wohl etwas irritiert vom krassen Abflug seines Vordermann, sauste nur wenige Zentimeter hinter ihm ebenfalls in die Böschung, überschlug sich graziös um auf seiner KK-Husqvarna zu landen. Die Haltungsnoten wollte der Saarländer allerdings nicht erst abwarten. Nach kurzer Phase der Zerstreutheit schnappte er sein Motorrad und wurde trotzdem noch 22ter. Rutzl hingegen hatte weniger Glück im Unglück. Zwar blieb er wie Zielinski unversehrt, aber seine MH Husaberg hatte sich arg verschluckt. Ganz wie ihr Umfeld am lauschigen Vorabend zeigte sie sich leicht versoffen.

 

 

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Als die beiden den Schauplatz geräumt hatten, war Koppi an der Reihe für Aufmerksamkeit zu sorgen. Er brauchte drei Runden um Glassl zu bezwingen, heftete sich sofort an die Fersen von Ebert, worauf der seinerseits den Anschluss an Brockhausen zu verlieren schien. Der Druck von Kopp währte drei Runden, bis er Ebert Ende der Start-Ziel überholte. Mit sieben Meilen Stiefeln bepackt sauste der junge Husaberg Fahrer in Richtung Brockhausen und hängt dem Osnabrücker schon kurz darauf im Heck. Kurve um Kurve suchte Koppi nach einer Möglichkeit vorbei zu gehen, bis er am schnellen Rechtsknick vor der Fahrerlagerkurve außen ansetze um Brockhausen etwa 100 Meter später von innen zur Aufgabe zu zwingen. Nicht gemütlich, aber deutlich überlegen fuhr er den ersten Platz nach Hause. Im Gefolge hielten sich Brockhausen und Ebert. Andreas Glassl war zwischenzeitlich zehn Sekunden hinter den Führenden unterwegs und konnte sich dort erfolgreich gegen die Angriffe seines Namensvetter Andreas Huber auf der weißen VdB Replica wehren.
Ergebnis

 

C2 - Heat 2

20090503_0766_queens-574Im zweiten Rennen war Kopp von Beginn an vorne und ließ seinen direkten Verfolgern keine Chance zu attackieren. Brockhausen lag bis ins Ziel auf Rang zwei, während Glassl nach dem Neueinstieg wohl noch die Luft für ganze Renndistanzen zu fehlen scheint. Zu Anfang lag er betont stark auf Rang zwei, hielt Ralf Ebert aber irgendwann auf und fiel zurück auf den dritten Rang. Zwei Runden später war auch Huber am Frankfurter vorbei, welcher sich dann mit Rang fünf zufrieden geben musste. Eine stramme Leistung nach etwa zwei Jahren Rennabstinenz.
Ergebnis

 

 

Bilder zum Supermoto Pokal in Schaafheim.