Volle Ränge und heiße Rennen in St. Wendel

 

20090517_4202_queensDie Voraussetzungen für ein herausragendes Supermoto Wochenende waren gegeben. Sonniges Wetter, ein starkes Teilnehmerfeld und eine spannende "Naturstrecke". 10.000 Zuschauer wohnten der Veranstaltung bei und bekamen DM Kampf vom Feinsten geboten.

Hier nun die Rennberichte zur S1 und S2 Meisterschaft.

 

 

S1 DM - Training (Samstag)

20090516_1204_queensDie sieben schnellsten Fahrer postierten sich innerhalb einer Minute, und selbst Marcel van Druinen, der mit der achtbesten Trainingszeit die zweite Startreihe komplettierte, war gerade einmal 1.074 Sekunden langsamer um den Kurs gedonnert, als Polesetter Petr Vorlicek mit seiner DSR Suzuki. Dessen Teamkollege Romain Febvre führte bis dato die Tabelle an und belegte die zweite Startposition. Dicht gefolgt vom amtierenden Meister Jürgen Künzel, der mit der Zupin Husqvarna nur eine halbes Zehntel einer Sekunde hinter Febvre anstand. Michi Herrmann parkte seine HP Moto Aprilia trotz aufkeimender Schmerzen in der Schulter auf Rang vier. Das Kawasaki Duo Marcel Götz und Julian Becher eröffnete die zweite Startreihe, gefolgt von Lokalmatador Markus Volz und dem schon erwähnten Marcel van Druinen.

 

S1 DM - Heat 1

20090517_4065_queensPetr Vorlicek erwischte den besten Start und brannte als Führender durch die Nadelöhr Kombination die auf direktem Wege in den Offroad leitet. Doch schon eine Runde später schnappte ihn dann Romain Febvre an der Zufahrt zum zweiten Table. Der Teenager ging ohne mit der Wimper zu zucken außen an seinem namhaften Teampartner vorbei und übernahm die Führung. Nach vier Führungsrunden hatte der Franzose bereits einen ansehnlichen Vorsprung herausgefahren, der ihm manch kleinen Fehler glattgestrichen hätte. Doch er verbockte mit einem Zeitfresser. Während der sechsten Runde bremste Febvre seine Suzuki im äußeren Anlieger des Offroad aus und hatte einige Zeit zu pumpen, bis sein 450er Aggregat wieder den Dienst aufnahm. Dadurch musste er Vorlicek, Künzel, Götz, Volz, Herrmann und Becher durchlassen, ehe er der Hatz wieder beiwohnte. Von eins auf sieben zurück und zudem jede Menge Zeit und Energie vertan. Das Augenmerk lag nun um so stärker auf Petr Vorlicek und Jürgen Künzel. Die beiden lieferten einen fantastischen Krimi, bei dem Künzel zwar immer wieder attackierte, aber nicht an der Suzuki des Tschechen vorbei kam. Vorlicek sah sich höchstem Druck ausgesetzt, ließ sich aber dennoch nicht beirren. Er fuhr den Sieg nach Hause und kommentierte erstaunlich lässig: "Ich habe in Stendal einen Fehler gemacht, aus dem ich gelernt habe. Wenn ich am Limit fahre und konzentriert bin, dann kann mir nichts passieren und ich bin so schnell wie ich sein kann. Wenn ich da aus Taktik versuche langsamer, oder schneller zu fahren, ist die Konzentration weg. Das lasse ich seit Stendal." Künzel zeigte sich mit seinem zweiten Platz auch sehr zufrieden. "Es hat alles super geklappt. Das Motorrad lief perfekt und das Rennen mit Petr hat einfach riesigen Spaß gemacht."
Während es Marcel Götz nach zwei kleineren Fehlern zurück gespült hatte, waren Markus Volz und Michi Herrmann im Zweikampf um Platz drei unterwegs. Die beiden schenkten sich nichts und fuhren saubere Zweikämpfe. Doch ihre Zweisamkeit wurde mit dem Auftauchen des gestrandeten Febvre jäh beendet. Nachdem der Franzose sich bis an die beiden heran gekämpft hatte, fackelte er nicht lange. Er platzierte sich erst zwischen Volz und Herrmann, bevor er im Offroad eine Attacke gegen Volz fuhr und als Dritter auf den Asphalt zurückkehrte. Beim Angriff von Febvre musste Volz stark bremsen um einen Sturz zu vermeiden, weshalb Herrmann die Lücke nutzte und Rang vier übernahm. Volz wurde vor heimischer Kulisse Fünfter.

Lauf 1:

  1. Petr Vorlicek (CZ / Suzuki)
  2. Jürgen Künzel (D / Husqvarna)
  3. Romain Febvre (F / Suzuki)
  4. Michi Herrmann (D / Aprilia)
  5. Markus Volz (D / HPS)

 

S1 DM - Heat 2

20090517_2543_queensAuch im zweiten Rennen wusste Vorlicek seine Poleposition bestmöglich umzusetzen. Romain Febvre war ihm aber schon wieder im Nacken und drängelte mächtig. Doch erneut baute der Franzose einen Fehler ein. Im ersten Nadelöhr nach Start-Ziel stemmte er sein Motorrad mit jeder Menge Schwung in die innere Bahn und rutschte zu Boden. Dieses Mal dauerte es sogar noch länger als im ersten Rennen, bis er weiterfahren konnte und er nahm im Bereich der zwanzigsten Position wieder Fahrt auf. Er minderte sein Ungeschick, indem er noch Platz acht nach Hause fuhr. Vorne gaben wieder Künzel und Vorlicek den Ton an. In der ersten Hälfte des Rennens versuchte es Künzel mehrere Male seine Husqvarna an der Suzuki von Vorlicek vorbei zu pressen, doch mit Bedacht steckte er immer wieder aufs Neue zurück. Attacken und Gegenattacken kosteten die beiden Zeit und Marcel Götz konnte aufschließen um seinerseits Künzel unter Druck zu setzen. Der Rekordmeister ergriff allerdings die Flucht nach vorne, wo Vorlicek nun wieder ein paar Zehntel davon gefahren war. Zu guter Letzt waren Vorlicek und Künzel Runde um Runde einige Zehntel schneller als Götz und eilten ihm davon. Auf die Situation angesprochen meinte der Schweizer sehr ehrlich: "An der Leistung des Motorrades haperte es zu den anderen beiden nicht. Ich war im Offroad einfach zu langsam."
Vorlicek gewann auch den zweiten Lauf, vor Künzel, Götz und Volz. Letzterer fuhr ein fehlerfreies, wenn auch einsames Rennen auf der vierten Position. Den Kampf um Platz fünf konnte Michi Herrmann für sich entscheiden. Zu Beginn lag er noch vor Volz, doch eine Runde nachdem Febvre auf Asphalt zu Boden ging, schmierte Herrmann an gleicher Stelle ab. Doch dank E-Starter an der Aprilia war er um einiges schneller wieder im Rennen als der Franzose ein Runde zuvor. Er verlor bei der Aktion fünf Plätze und kämpfte sich an van Druinen und Lukas Wolf wieder vorbei auf Rang fünf. Zwar hatte er auf dem Weg dorthin auch Dirk Spaniol und Julian Becher vor sich, doch die beiden nahmen Herrmann durch eigene Fahrfehler die Arbeit ab.

Lauf 2:

  1. Petr Vorlicek (CZ / Suzuki)
  2. Jürgen Künzel (D / Husqvarna)
  3. Marcel Götz (CH / Kawasaki)
  4. Markus Volz (D / HPS)
  5. Michi Herrmann (D / Aprilia)






S1 Meisterschaftsstand nach 4 von 16 Rennen:

  1. Petr Vorlicek (2) / Suzuki - 91 Punkte
  2. Romain Febvre (61) / Suzuki - 81 Punkte
  3. Jürgen Künzel (74) / Husqvarna - 78 Punkte
  4. Michael Herrmann (5) / Aprilia - 76 Punkte
  5. Markus Volz (3) / HPS - 72 Punkte
  6. Julian Becher (98) / Kawasaki - 51 Punkte
  7. Marcel Götz (54) / Kawasaki - 49 Punkte
  8. Lukas Wolf (155) / Aprilia - 39 Punkte
  9. Dirk Spaniol (17) / Suzuki - 39 Punkte
  10. Ronny Fryns (85) / Honda - 38 Punkte

 

Zeittraining S2 (Samstag)

20090516_0769_queensEs sollte dieses Mal seit langer Zeit die Stunde des Jochen Jasinski werden. Der Vizemeister beförderte seine MH-Husaberg um 0.155 Sekunden schneller um den Kurs als der Meister Mauno Hermunen seine Zupin Husqvarna. Einzig der belgische Gast Marc Fraikin konnte in der gleichen Sekunde wie die S2 Tops eine Runde fahren. Michi Wagner, der auf Rang vier lag, hatte schon 1.062 Sekunden länger gebraucht als Jasinski, um den 1143 Meter langen Kurs zu umrunden. In der zweiten Startreihe stellten sich Nico Joannidis, Jo Bauer, Manolito Welink und Dany Lechthaler auf.

 

 

S2 DM - Heat 1

20090517_3710_queensTrotz der Poleposition konnte Jasinski das Rennen keinen Wimpernschlag lang anführen. Hermunen ging los wie vom Gummiband gezogen. Aber Jasinski war über weite Strecken des Rennens am Finnen dran und signalisierte große Entschlossenheit. Doch ab der Hälfte der Distanz wich die Aussicht auf ein Überholmanöver gänzlich, da Hermunen außer Schlagdistanz war. Im Kampf um Platz drei war Marc Fraikin lange Zeit das Maß der Dinge. Doch in Runde sechs kam er beim Sprung über den ersten Table ins Straucheln und überschlug sich mit einer schmerzhaften Rolle vorwärts. Das Rennen konnte er danach nicht mehr aufnehmen. Nun war Michi Wagner am Zuge. Er drosch seine Bauerschmidt KTM mit beachtlicher Geschwindigkeit über das Terrain, hatte jedoch einen steten Schatten bei sich. Manolito Welink wich ihm einfach nicht aus dem Heck und zeigte Wagner immer wieder das Vorderrad der Grebenstein Aprilia. In Runde 12 passte Welink den richtigen Moment ab und zog an Wagner vorbei. Welink machte schnell Boden gut und sicherte sich den dritten Platz. In der letzen Runde machte Wagner auch noch einen Fehler und musste den vierten Rang an Nico Joannidis auf der Style Factory Husaberg abtreten.
Ein junger Mann, der es zwar nicht bis in die besungene Top-Five schaffte, aber mächtig durchs Feld pflügte, war Jan Deitenbach. Der DMSB-Junior arbeite sich von Rang 17 ausgehend stetig nach vorne und holte sich Rang sieben.

Lauf 1:

  1. Mauno Hermunen (FIN / Husqvarna)
  2. Jochen Jasinski (D / Husaberg)
  3. Manolito Welink (D / Aprilia)
  4. Nico Joannidis (D / Husaberg)
  5. Michi Wagner (D / KTM)

 

S2 DM - Heat 2

20090517_4883_queensDer Start zum zweiten Rennen war geprägt von einer sehr umfangreichen Kollision, bei der die Spitze des Feldes allerdings unberührt blieb. Hermunen hatte wieder die Nase vorne und Fraikin lag auf Rang zwei, gefolgt von Jasinski. Da Fraikin mit dem fliegenden Finnen nicht Schritt halten konnte, Jasinski allerdings seine Zeit brauchte um am Belgier vorbei zu gehen, hatte Hermunen rasch ein paar Sekunden Vorsprung. In der zweiten Runde war es dann soweit und Jasinski bremste seine Husaberg am Ende der Start-Ziel Geraden innen an Fraikin vorbei. Er konnte Hermunen danach zwar eine ganze Weile in Sichtkontakt halten, aber ein Angriff war nicht mehr möglich. Manolito Welink war von seiner schlechten Startposition recht gut weg gekommen und benötigte auch nicht so lange wie im ersten Rennen um an Michi Wagner vorbei zu gehen. Er wollte einen weiteren Pokal abgreifen und machte sich auf Fraikin zu jagen. Nachdem der KTM Pilot eine Weile unter Druck von Welink stand, hatte er auf dem Weg hin zum Offroad einen kleinen, fast nicht merklichen Rutscher, welchen Welink sofort nutze um seine Aprilia innen anzulegen und Fraikin auf dem Weg zum Offroad auszubeschleunigen. Wie entfesselt fuhr der junge Daniel Wild. Als sei nach seiner Top-Ten Platzierung aus dem ersten Lauf ein Knoten geplatzt, knackte er erst Jo Bauer, dann Stefan Freyermuth und rückte sogar Michi Wagner gefährlich auf die Pelle. Aber Wagner behielt seine fünfte Position im zweiten Rennen.

Lauf 2:

  1. Mauno Hermunen (FIN / Husqvarna)
  2. Jochen Jasinski (D / Husaberg)
  3. Manolito Welink (D / Aprilia)
  4. Marc Fraikin (B / KTM)
  5. Michi Wagner (D / KTM)






S2 Meisterschaftsstand nach 4 von 16 Rennen:

  1. Mauno Hermunen (131) / Husqvarna - 100 Punkte
  2. Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 88 Punkte
  3. Manolito Welink (8) / Aprilia - 80 Punkte
  4. Michael Wagner (6) / KTM - 64 Punkte
  5. Nico Joannidis (116) / Husaberg - 52 Punkte
  6. Andreas Mikkelsen (24) / Yamaha - 47 Punkte
  7. Danni Furhbach (178) / Husaberg - 46 Punkte
  8. Jan Deitenbach (44) / Suzuki - 46 Punkte
  9. Daniel Wild (105) / Husqvarna - 45 Punkte
  10. Frederik Eriksson (14) / KTM - 42 Punkte

 

Superfinale

20090517_5830_queensBeim Interview in der Startaufstellung waren die Töne der beiden Sieger des Tages recht deutlich und von Selbstbewusstsein gestählt. Während Vorlicek scherzhaft darauf baute, dass er seinen Meter Vorsprung hier in der Startaufstellung einfach bis ins Ziel beibehalten würde, konterte Hermunen: "Ich habe so ein schnelles Motorrad, da mach ich mir keine Sorgen, dass es nicht klappt!"
Vorlicek konnte seinen knappen Meter Vorsprung tatsächlich in die erste Kurve retten und führte das Rennen somit an. Vorerst aber nur, denn Hermunen setzte auf seine eigenen Worte und machte nach vier gefahrenen Runden Ernst. Auf dem kurzen Zubringer vom Offroad zum Omega der Strecke gab er seiner 530er die Sporen und beschleunigte innen an Vorlicek vorbei um seinem dritten Sieg entgegen zu fahren. Jürgen Künzel hielt den Abstand zu Hermunen und Vorlicek über weite Strecken im Zehntelbereich, hatte aber in der sechsten Runde des Rennens einen Patzer im Offroad und ging in der allerletzten Runde noch einmal auf Asphalt zu Boden. Den dritten Platz erkämpfte sich Michi Herrmann mit einem genialen Manöver, vorbei an Markus Volz. Während Volz in der Spitzkehre vorm Offroad noch nach innen schaut, um sich des Abstands zu Herrmann zu vergewissern, ist der schon lange außen auf Überhol-Modus unterwegs und überrascht den Saarländer auf ganzer Linie. Marcel Götz belegte Rang fünf im Superfinale.

Superfinale:

  1. Mauno Hermunen (FIN / Husqvarna)
  2. Petr Vorlicek (CZ / Suzuki)
  3. Michi Herrmann (D / Aprilia)
  4. Markus Volz (D / HPS)
  5. Marcel Götz (CH / Kawasaki)

Link zu den Bildern aus St. Wendel


Die kompletten Rennergebnisse finden Sie auf der Homepage unseres Zeitnahme-Team. www.sportserviceschleswig.de