Die Supermoto DM startet in die Saison 2009

09_smo_dm_logoKommendes Wochenende findet der Auftakt der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft in Stendal statt. Das Flugplatzgelände von Stendal / Borstel ist nach zwei Jahren Pause wieder Austragungsort. Die Besonderheiten dieser Strecke liegen in dem weitläufigen Offroad und der abwechlungsreichen als auch breiten Betonbahn des Flugplatzes. Hier werden die Fahrer der DM sich wieder mit grandiosen Drifts den nötigen Platz für die nahende Kurve verschaffen.

 

Infos zur S1 Klasse 2009

In der S1 Meisterschaft wird es 2009 wieder einmal verdammt eng zugehen. Jürgen Künzel (#74) reist als amtierender Meister nach Stendal und konnte schon in vergangenen Jahren tapfere Siege in Stendal herausfahren. Er wird mit seiner Zupin Husqvarna die Kombination sein, die es zu schlagen gilt. Naturgemäß sind es in der S1 aber einige Kandidaten, die das Siegen drauf haben.

Zum Beispiel wird man Michi Herrmann (#5) auf seiner HP Moto Aprilia zu den ausgemachten Kandidaten rechnen müssen. Er war im vergangenen Jahr Künzels ärgster Konkurrent um den Titel und möchte es nach seiner Meisterschaft 2006 gerne auf ein zweites Mal ankommen lassen. Mit der Hilfe seines Teamchef Peter Öttl wird Herrmann wohl von Anfang an vollen Druck auf den amtierenden Meister ausüben.

Als Dritter Top-Favorit sei der Saarländer Markus Volz (#3) genannt. 2008 hatte Volz die ersten beiden Veranstaltungen dominiert, bis ihn ein Sturz in der Schweizer Meisterschaft mit Folge eines Schlüsselbeinbruchs aus dem Rennen warf. Er fährt auf einer HPS 450 SM, einem Motorrad welches auf Basis einer KTM vom Tuner und Teamchef Urs Hunziker erbaut wurde. Da Stendal den Motorrädern viel Kraft abverlangt, werden die vor Power strotzenden HPS Boliden im Zweikampf ihre Vorteile ausspielen können.

Als herausragendster Jüngling aus deutscher Sicht wird der Königsdorfer Julian Becher (#98) ins Auge zu fassen sein. Nach einem Jahr KTM Erfahrung kehrte der höfliche Bayer wieder zu seiner persönlichen Lieblingsmarke, zu Kawasaki zurück. Becher wurde trotz zwei Nullern, die er verletzungsbedingt am Ende der Saison kassierte, noch Achter in der Meisterschaft. Für den damals 18-jährigen eine tolle Leistung.

Soweit die Deutschen Top-Fahrer dieser Klasse. Doch auch die Schweiz hat zwei heiße Eisen in der S1DM-Glut schmoren. Der ehemalige WM Pilot Marcel Götz (#54) zählt garantiert dazu. Götz trat in den vergangenen Jahren immer treu auf KTM seinen Dienst an, schaute sich im vergangenen Jahr allerdings nach einem neuen Partner um. Er startet nun für das Emil Weber Racing Team, welches volle Unterstützung des Kawasaki Importeur der Schweiz genießt. Vor Götz haben schon einige versucht die KX 450 F in perfekten Supermoto Trimm zu biegen, waren aber jeweils erst nach langer Lernphase erfolgreich. Dank der Tatsache, dass Götz auch bei Emil Weber als Zweiradmechaniker angestellt ist, ist das miteinander ausgemachte Trainings- und Erprobungspensum allerdings als hoch einzuschätzen. Fahrerisch ist Götz jedenfalls ein Podestmann.

Als Rookie sendet uns die Schweiz den 20 Jahre jungen Honda Piloten Kevin Reinhard (#444). Er fuhr 2008 in Freiburg sein DM Debüt und belegte dort Rang 2 und 3. Also wird man wohl auch mit ihm rechnen können.

Als zweifacher Deutscher Meister muss Petr Vorlicek (#2) in dieser Aufzählung natürlich auch berücksichtigt werden. Der DSR-Suzuki Pilot aus der Tschechischen Republik war im vergangenen Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen, belegte dank einiger Spitzen im Laufe der Saison aber doch noch den fünften Gesamtrang. Aber einer seiner Teamkollegen wird ihm und dem Rest der Topfahrer das Leben schwer machen.

Die Rede ist von Romain Febvre (#61). Der 17 Jahre junge Franzose schlug vergangene Saison ein wie eine Bombe. Die S3 beherrschte er nach Belieben und im C1 Pokal watschte er die Konkurrenz mit einer 2006er RM-Z 250 ab. Trotz der unterlegenen Maschine wurde er auch dort Meister. Doch die Krönung folgte, als er endlich mit einer 450er bewaffnet zum Gastauftritt beim DM-Finale vorbei schaute und sich frech neben Jürgen Künzel als Zweiter aufs Treppchen stellte. Dieser Teenager hat das Potential um auf Anhieb in die DM Spitze einzudringen.

Aus Belgien reist ein wahres Urgestein der Supermoto Szene an. Jean-Marc Gaillard (#4) wurde 2008 hinter Götz Tabellenvierter und macht durch beständiges Rennen seine Punkte. Aber nicht, dass man den 37-jährigen in die Kategorie Mitläufer steckt. Gaillard ist mit seiner Honda sehr zweikampferfahren und immer wieder für Überraschungen gut.

 

Infos zur S2 Klasse 2009

Die S2 wird gerade in Stendal ihre volle Power zur Entfaltung bringen. Einer vorne weg - der Finne Mauno Hermunen (#131), der für Zupin Husqvarna in der DM antritt. Zupin hatte Hermunen entdeckt und ihm den Weg in die DM ermöglicht. In seiner ersten vollen Saison tänzelte der sympathische Nordmann regelrecht zum DM-Titel und wurde daraufhin dankend und mit offenen Armen in das WM-Werksteam von Husqvarna aufgenommen. In der gesamten Meisterschaft wird sich wohl kaum ein Fahrer finden lassen, dessen Trainingspensum in den vergangenen Monaten so hoch ausgefallen war. Eine Besonderheit hat der S2 Einsatz in der DM für den Blondschopf allerdings. In der WM, und somit auch im Verlauf seiner kompletten Trainingsphase, wird Mauno in der S1 starten. Ob er die Umstellung auf seine 530er Husqvarna des Team Zupin problemlos wegstecken wird, beantwortet er wohl selbst auf der Strecke. Besonders auffällig ist Hermunens exzellente Fahrtechnik im Offroad, wo er immer mal mit kleinen Showeinlagen für staunende Blicke sorgt.

Vergangenes Jahr hatte Hermunen nur einen wahren Gegner. Jochen Jasinski (#13), der Ex-GP Crosser und Supermoto DM Meister des Jahres 2007 in der hubraumoffenen S2 Klasse. Ab Mitte der Saison war Jasi nach einer schweren Beinverletzung wieder fit genug um Mauno auf die Pelle zu rücken. Nicht zuletzt dank der brachialen Leistung seiner MH-Husaberg, die im Standgas schon ein Drehmoment erzeugte als habe Thor selbst Hand angelegt. Dieses Jahr wird der Vize aber ein wenig zu kämpfen haben, da Husaberg keine Supermoto Variante der aktuellen FE 570 vorbereitet hat und die kraftbringenden Maßnahmen am 70° geneigten Zylinder als äußerst schwierig einzuschätzen sind. Sollte man den Speed der anderen, zumeist leichteren Konkurrenz nicht mitgehen können, steht für Jasi allerdings ein Backup bereit und er schwingt sich wieder auf seine altbewährte Donnerwaffe aus der Saison 2008.

Ob einer der Folgenden Piloten es schaffen wird sich zwischen Jasinski und Hermunen zu quetschen wird man sehen. Jedenfalls werden Manolito Welink (#8), Michi Wagner (#6), Daniel Hiemer (#41) und Nico Joannidis (#116) mit Sicherheit um Platz drei in der Meisterschaft antreten. Welink war schon 2007 Vizemeister und musste Jochen Jasinski bei Punktgleichstand den Vortritt lassen. Nach einem Kahnbeinbruch wurde seine 2008er Saison zur Farce und er nimmt erneut Anlauf auf seiner Aprilia SXV 550 vom Team Zweiradtechnik Grebenstein aus Gera. Bei seinem letzen Auftritt in Stendal war Manolito noch auf einer KTM unterwegs. Mal schauen wie er mit dem Zweizylinderbike aus Ternate (I) zurecht kommt.

Michi Wagner (#6) ist eines der windigsten und gleichzeitig unbeschriebensten Blätter dieser Meisterschaft. Von ihm sieht und hört man neben der Rennstrecke kaum etwas. Er tauchte in den vergangenen Jahren immer mal mit einem anderen Gefährt auf, welches sich der Privatire auch gerne mal irgendwo borgte um damit die Spitzenkandidaten zu ärgern. Wagner ist ein lustiges Kerlchen, doch auf der Bahn ein harter Fighter der sich durchzusetzen versteht.

Neu in der S2 ist der Bruder des Weltmeisters. Daniel Hiemer (#41)setzt in dieser Saison auf eine Husqvarna SM 530 RR. Er war in den vergangenen Jahren öfters verletzt und konnte sein wahres Potential daher nur sporadisch unter Beweis stellen. Ein pfeilschneller junger Mann mit viel Ehrgeiz.

Genau wie Nico Joannidis (#116). Der war im vergangenen Jahr noch in der deutschen Pokalserie aktiv und wurde dort Meister in der C2 Klasse. Bei seinen Gastauftritten in der DM konnte Nico schon ganz vorne mitmischen und landete vier Mal unter den Top-Five. Joannidis wird genau wie der Vizemeister auf einer FE 570 aus dem Hause Husaberg antreten und startet für das Team Supermoto Style Factory.

Quelle: offizielle Pressemitteilung der Supermoto DM