Interview mit Mauno Hermunen

mauno4_800.jpgUns lief der sympathische Finne während der ganzen Saison vor der Nase herum, und ein holländischer Journalist setzt den Gedanken eines Interviews mit Mauno in die Tat um. Roderik van der Heijden von dem englischsprachigen Supermoto-Portal Supermoto-Central.com hat uns netterweise sein Interview zur Übersetzung und anschließenden Veröffentlichung freigegeben, wofür sich Supermoto.de recht herzlich bedankt.

Die Verbreitung dieses Interviews spiegelt das hohe Interesse an unserem S2-Meister wieder, denn auch auf der Seite der Supermoto-WM wurde dieser Bericht veröffentlicht. Mauno wird im kommenden Jahr mit ZUPIN wieder in der DM antreten, doch hat auch jetzt schon seinen Platz auf der Weltbühne eingenommen. Er hat nämlich einen Platz als Werksfahrer im Husqvarna WM-Team und wird sich dort hoffentlich ähnlich gut einleben wie hier in Deutschland.

 

Interview mit Mauno Hermunen, von Roderik van der Heijden

Hallo Mauno, zuerst einmal vielen Dank, dass Du dieses Interview mit Supermoto Central machst. Würdest Du Dich als erstes mal vorstellen?

Danke! Ich bin Mauno Hermunen, ein 20 Jahre alter Supermoto Fahrer. 2008 wurde ich Deutscher Meister und Österreichischer Staatsmeister in der S2 Klasse. Da gibt es nicht viel mehr zu erzählen.

 

Kannst Du uns ein wenig von Deiner Geschichte erzählen? Wann fingst Du mit dem Motorradfahren an, welche Klassen fuhrst Du vor Supermoto?

Ich fing mit drei Jahren an. Seither arbeitete ich viel mit Motorrädern. Mein erstes Rennen fuhr ich 2000 in der finnischen Motocross Serie. Bevor ich mit Supermoto anfing fuhr ich Motocross.

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Weshalb hast Du Dich entschieden zum Supermoto zu wechseln und magst Du so sehr daran?

Es war eine Frage von Geschwindigkeit und Zukunft. Motorradfahren spielt in Finnland eine kleine Rolle, und ich war nicht gut genug für die Europa- oder Weltmeisterschaft im Motocross. Daher entschied ich mich mein Können im Supermoto herauszufinden. 2006 fuhr ich beides und stellte fest, dass meine Zukunft im Supermoto liegen wird.

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Du kommst aus Finnland. Wie bekannt ist Supermoto dort? Gibt es gute Strecken auf denen man fahren kann?

Supermoto ist in Finnland eine ganz kleine Sache. Ich denke wir haben dort unter 100 Fahrern und etwa 50 von denen bestreiten wirklich alle Rennen. Die Strecken sind schlecht. Fast alle sehen aus wie Rallycross Bahnen ohne Sprünge oder Ähnlichem - nur Vollgas.

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Wie ist das Leben eines Supermoto Fahrer von Weltklasse? Was sind die Vor- und Nachteile?

Bis jetzt war es gut und ich hoffe es bleibt so. ich glaube ein Vorteil ist, dass ich viele coole Orte besuchen kann. Ohne das würde ich wahrscheinlich in Finnland abhängen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich immer das beste Material bekomme um zu fahren. Zu den Nachteilen kann ich jetzt so nichts sagen, außer vielleicht, dass ich manchmal für lange Zeit meine Freunde in Finnland nicht sehen kann.

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Kannst Du uns etwas über Deine 2008er Saison in Deutschland erzählen, dort hast Du immerhin den S2-Titel erobert.

2007 hatte ich zwei Rennen in der deutschen S2 Klasse und dachte, dass es sehr schwer werden würde diese Meisterschaft zu gewinnen. Nach dem ersten Rennen war ich dann sehr überrascht wie schnell ich war. Mir war bewusst, dass ich im Frühling gut trainiert hatte, aber dass es mir so gut getan hat konnte ich nicht ahnen. Alles in allem war die Saison sehr gut und mit schönen Strecken garniert. Ich habe nun viele neue Freunde in Deutschland.

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Du hattest dieses Jahr auch Dein erstes S2-WM-Rennen in Castelletto di Branduzzo. Du konntest als Neuling sehr beeindrucken. Wie verliefen die Rennen und welche Erinnerungen hast Du daran?

Die Rennen liefen gut, im ersten war ich nach dem Start Fünfter oder so und konnte einige überholen, bis ich das Rennen anführte. Dann erwischte ich eine große Pfütze, rauschte von der Strecke und das war schon das Ende der Story. Im zweiten Rennen war mein Start ganz ok und ich wurde Siebter, genau wie im ersten Rennen. In der Gesamtplatzierung wurde ich Sechster, was jedenfalls über meinen Erwartungen lag. Ich kann mich gut an das Wochenende erinnern und zwar als Gute Erlebnis. Ich war der erste Finne in der Supermoto WM, konnte einige Runden führen und sicherte mir immerhin die schnellste Rennrunde im ersten Lauf.

 

Du hast nun einen Vertrag als Werksfahrer von Husqvarna. War das überraschend für Dich?

Was sind Deine Pläne für kommende Saison? Das war wirklich eine Überraschung. Erstes Rennen in der WM und die wollen mich schon im Werksteam haben! Im kommenden Jahr fahre ich DM, WM und wenn die Zeit es zulässt einige Rennen in Italien.

 

Was sind Deine Ziele für die Saison 2009?

Ziel ist es in 2009 meinen DM-Titel zu verteidigen und in der WM versuche ich mein Bestes zu geben, was siegen bedeuten würde.

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Du hast Dich beim Mettet Event in Belgien sehr gut geschlagen und den zweiten Platz beim Mettet Superbiker gemacht. Wie hast Du diesen Event erlebt, bei dem Du gegen die besten Fahrer der Welt angetreten bist? Was denkst Du über die Fahrer aus Amerika?

Ich wollte wirklich gewinnen, weil ich schon letztes Jahr Zweiter wurde, aber Cassidy Anderson war zu schnell. Es hat echt Spaßgemacht und war guter Rennsport, mit den vielen Blockpasses die ich mit Anderson und Pichon hatte. Ich vermisse diese Blocks aus dem Motocross wirklich sehr. Und natürlich ist es eine Ehre mit diesen Jungs zu denen ich mein ganzen Leben lang aufgeschaut habe um die Wette zu fahren. Über die amerikanischen Fahrer kann ich nur soviel sagen, dass sie schnell sind wie der Wind!

 

Wer ist Dein größtes Vorbild im Supermoto?

Ich habe keine Helden im Supermoto, da ich erst seit drei Jahren fahre und vorher niemanden beobachtet habe. Aber nun ist es vielleicht Cassidy Anderson. Ich fuhr in Mettet auf 110% und er flog nur so davon!

 

Hast Du irgendwelche Tips für Leute die mit dem Supermotofahren anfangen?

Linien! Ich habe immer noch Probleme damit. im Motocross kannst Du stets inne bleiben wenn dort eine Spur ist, aber im Supermoto musst du immer von außen nach innen und wieder nach außen und das vergesse ich immer wieder mal. Also, die Linie ist eines der wichtigsten Dinge im Supermoto.

 

Wer hat Deiner Meinung nach den Vorteil im Supermoto, ein Ex-Motocrosser, oder einer der von der Rennstrecke kommt?

Auf jeden Fall der Ex-Crosser. Du kannst ganz schnell lernen auf dem Asphalt schnell zu sein, aber im Offroad wo du keinen Grip hast und springen musst benötigst Du sehr viel mehr Handwerkszeug als auf dem Asphalt.

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Wie hältst Du Dich im Winter beschäftigt? Treibst Du viel Ausgleichssport?

Den einzigen Drill den ich betreibe ist Fahren. Ich weiß nicht ob es an meinem Fahrstil liegt, aber wenn ich eine weile gefahren bin, dann kann ich mich 20 Minuten am Stück voll an der Grenze bewegen. Im Winter fahre ich dann Motocross, was für die Kondition besser ist als Supermoto. Und natürlich liegt während des Winters Schnee in Finnland, weshalb Du Dir vorstellen kannst weshalb ich kein Supermoto fahre.

 

Wie siehst Du Deine Zukunft?

Ich hoffe ich kann Weltmeister werden und vielleicht irgendwann in Amerika fahren. Ich war noch nie dort und hoffe sehr irgendwann dorthin zu gehen.

 

naama.jpg Name Mauno Sakari Hermunen
Geburtstag 26.03.1988
Geburtsort Vantaa, Finnland
Größe 175cm
Gewicht 62kg
Balzstatus SINGLE!
Hobbies Motocross, Supermoto, MiniMX
Lieblingsessen Pasta
Lieblingsmotorrad Husqvarna 125cc
Lieblingsfilm Kummeli Kultakuume (finnische Comedyserie)
Lieblingsauto Toyota Supra
Lieblingsmusik Rock/Punk/Heavy, Rap
Lebensziel Gesund bleiben, so viele Rennen fahren und gewinnen wie möglich
Website www.kerkeis.com